Die Digitale Transformation der Fertigung: Welche Chancen und Risiken birgt sie für den Mittelstand?

Veröffentlicht von Tamara Tüchelmann am 04. August, 2017.

Viele deutsche Unternehmen fürchten den Aufwand und die Kosten des digitalen Wandels. Das ist zumindest in den meisten Marktstudien zu lesen. Verschiedene Blogger und Zeitungsartikel attestieren dem Mittelstand, dass er die nächste industrielle Revolution verschläft. Der deutsche Mittelstand im internationalen Wettbewerb abgehängt? Oder ist die Welt doch in Ordnung und deutsche Fertigungsfirmen leisten Pionierarbeit für das digitale Zeitalter der Produktion? Das anerkannte Magazin Harvard Business Review gab letztes Jahr folgende Einschätzung zur Lage in Deutschland ab:

Wegen ihrer Fähigkeit Software, Sensortechnik, Netzwerke und Elektronik in ihren Werkshallen zu nutzen sind deutsche Fertigungsfirmen seit langem weltweit Marktführer . Nun leiten sie eine neue Phase der digitalen Fertigung ein, welche alle grundlegenden Prozesse in der Herstellung verändern wird. Auf der ganzen Welt werden Produzenten bald in die digitalen Fußstapfen Deutschlands treten.”(gekürzt aus dem Englischen)

Die Markteinschätzungen zum Digitalisierungsgrad der deutschen Wirtschaft gehen demnach weit auseinander, und einzelne Bewertungen gleichen mehr einem Blick in die Glaskugel als einer zuverlässigen Prognose. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, die treibenden Faktoren des Wandels näher zu betrachten. Wir diskutieren deshalb in unserem Blog: Worin liegen die Chancen der digitalen Transformation für das produzierende Gewerbe, und wo lauern die Risiken?

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Gefahren an jeder Ecke? Das sind die Risiken der digitalen Revolution:

Die vergangenen Jahre zeigen es eindrucksvoll: digitale Technologien und Geschäftsmodelle schreiten unaufhaltsam voran. So revolutioniert Amazon (gefühlt jede Woche) ein bisher stabiles Geschäftsfeld und verändert die Dynamik des Marktes mit seinen tiefen Kapitalreserven. Daneben drängen diverse große Unternehmen in Märkte vor, die traditionell von vielen mittelständischen Produzenten besetzt sind.
Die digitale Transformation beeinflusst jedoch nicht nur die Art, wie wir Geschäfte betreiben. Im produzierenden Gewerbe erhöhen neue Technologien, wie maschinelles Lernen oder Robotertechnik, enorm den Wettbewerbsdruck. Unternehmen, welche mit dieser Entwicklung nicht mithalten können, werden durch effizientere Konkurrenz aus der ganzen Welt überflügelt. Die Schnelllebigkeit der Märkte und der steigende Druck auf traditionelle Geschäftsmodelle stellt damit eine immense Herausforderung für viele Mittelständler und Kleinunternehmen dar.

Andere Risiken der digitalen Revolution liegen in den folgenden Bereichen:

Mit der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung von Kernprozessen im Unternehmen steigt auch die
Anfälligkeit für Cyberattacken und sonstige IT-Risiken. Globale Hackerangriffe und ausgefeilte Betrugsmethoden, wie z.B. die CEO-Masche, nehmen zu und gefährden die Integrität der Systeme.

Durch Technologien wie Robotertechnik oder künstlicher Intelligenz wachsen die Anforderungen an Menschen und Maschinen rasant. Die Einführung digitaler Prozesse erfordert den Willen zum Wandel bei Mitarbeitern und Führungskräften. Um erfolgreich zu sein muss sich auch die Unternehmenskultur ändern. Fast ein Drittel der deutschen Mittelständler verbinden jedoch mit der Digitalisierung vor Allem negative Gefühle wie “Angst” oder „Einsamkeit“.

Die Einführung neuer Prozesse, Technologien und Maschinen bedarf teils erheblicher Investitionen in die Modernisierung. Investitionen in die Zukunft sind aber naturgemäß stets mit finanziellen Risiken und Unwägbarkeiten verbunden. Die hohen Kosten, gepaart mit manchmal unzureichenden Kenntnissen über die neuen Technologien, schrecken noch zu häufig den produzierenden Mittelstand ab.

Zusammenfassend betrachtet stellt die digitale Revolution heute zunächst eine enorme Herausforderung für viele Produzenten dar. Gleichzeitig ist die Markt- und Auftragslage für deutsche Mittelständler rekordverdächtig, weshalb für einige die Dringlichkeit des digitalen Wandels noch nicht augenscheinlich ist. Der Großteil der Maschinen und internen Prozesse läuft seit Jahrzehnten reibungslos und Gewinne werden zuverlässig erwirtschaftet. Diese Gesamtlage verleitet zum Ausruhen auf dem eigenen Geschäftserfolg, was wohl allgemein die größte Gefahr für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit birgt.

Die Chancen der Transformation: Digitale Technologien als ‘Überlebensversicherung’?

Liest man die Regionalzeitschriften und mittelständischen Internetforen aufmerksam, so ist es nicht schwer, eine Großzahl an digitalen Erfolgsgeschichten auszumachen. Viele mittelgroße Betriebe haben bereits die Gunst der Stunde genutzt und durch Onlinemarketing und intelligente Lieferketten ihre Wachstumsperspektiven enorm verbessert (Lesen Sie hier mehr zu den Erfolgsgeschichten). Für manches kleine und mittlere Unternehmen bieten digitale Technologien und neuartige Geschäftsmodelle einen Ausweg aus teilweise widrigen Rahmenbedingungen zu Hause. Mittelständler haben den Vorteil sich agiler verhalten zu können und sind so in der Lage auf Veränderungen schneller zu reagieren.

Neben der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle bietet die digitale Transformation vor allem folgende Chancen:

Die Entkoppelung von Produktion, Supply Chain und Marketing in der heutigen Geschäftswelt ermöglicht es, sich auf einzelne Prozess- oder Produktionsschritte zu fokussieren und dennoch erfolgreich am Markt teilzunehmen. Dadurch sinken die Starthürden für disruptive Geschäftsmodelle. Innovative Ideen und neue Geschäftskonzepte breiten sich schneller aus und ermöglichen es auch kleineren Unternehmen und StartUps gegen die Großen im Markt zu bestehen.

Digitale Technologien wie maschinelles Lernen, Robotertechnik und virtuelle Realitäten können in der Produktion zu tiefgreifenden Verbesserungen führen. Mit der Industrie 4.0 wird die Produktqualität und die Ressourceneffizienz zunehmen, während Produktionsstillstände, Lagerkosten und Lieferzeiten minimiert werden.

Die Digitalisierung und Vernetzung der Fertigung ermöglicht es, Datenschätze zu heben, welche vorher nur unzureichend genutzt wurden. Erfolgreiche Mittelständler werden ihren Umgang mit großen Datenmengen grundlegend umstellen und auf integrierte, digitale, sowie vernetzte Lösungen zurückgreifen. Dank fortgeschrittener Datenanalyse können so (in Echtzeit) wertvolle Erkenntnisse gewonnen und die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Die Zukunft der Fertigung bietet demnach großes Potential, um nicht nur Investitionskosten in neue Technologien zu rechtfertigen, sie ist vielmehr eine Chance, die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands zu verteidigen und auszubauen. Agile Produzenten, welche die digitale Transformation als Fortschritt verstehen und für sich nutzen, werden auf Augenhöhe mit den internationalen Märkten bleiben. Nicht nur das, sie werden neue Geschäftsmodelle vorantreiben, welche digitale Strategien und vernetzte Produktionsmethoden innovativ kombinieren.

Was nun? Die Chancen überwiegen.

Klar ist: Die digitale Transformation wird die Karten im Markt neu mischen und nicht vor dem deutschen Mittelstand halt machen. Die Risiken der digitalen Transformation liegen vor Allem in der Schnelllebigkeit der Märkte, dem steigenden Wettbewerbsdruck und in der IT-Sicherheit. Die Chancen des Wandels finden sich dagegen in neuartigen Geschäftsmodellen, der Automatisierung, der Datenanalyse und der Vernetzung. Innovation, Kontrolle und Effizienz sind die determinierenden Faktoren in einer digitalisierten Produktionswelt. Häufig sind diese durch

Dezentralisierung besser erzielbar, ein Wettbewerbsvorteil für Mittelständler. Viele Unternehmer in Deutschland sind sich dessen bewusst. Unsere Erfahrung mit Kunden aus dem produzierenden Gewerbe zeigt, dass der deutsche Mittelstand auf dem richtigen Weg ist und durchaus offen ist für neue, digitale Ansätze. Allerdings ist die Digitalisierung leider noch zu häufig ausschließlich Chefsache und wird zu wenig in der breiten Belegschaft und der Öffentlichkeit diskutiert. Im nächsten Schritt muss deshalb das Zusammenspiel aller Wirtschaftsakteure verbessert werden, um das Tempo der Digitalisierung zu steigern und damit die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands zu erhalten.

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Tamara Tüchelmann
Tamara TüchelmannMarketing & Communications bei KREATIZE® GmbH.

2018-04-26T11:17:06+00:00August 4th, 2017|Cloud Manufacturing|