Wie kann der Wandel aktiv vorangetrieben werden? Wir stellen 3 Praxisbeispiele vor!

Veröffentlicht von Tamara Tüchelmann am 15. September 2017.

Wie man den Wandel aktiv vorantreibt, statt nur den Status quo zu verteidigen: 3 Praxisbeispiel aus dem digitalen Mittelstand

In den Nachrichten liest man vor allem von den Errungenschaften der großen Internetunternehmen, wie Google, Amazon oder Alibaba. Das disruptive Potenzial dieser Firmen ist ohne Frage enorm. Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass auch in Deutschland viele Hidden Champions aus dem Mittelstand Weltmeister in ihren Nischen sind und diese Vormachtstellung zu Recht innehaben. Denn auch in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung sind viele deutsche Unternehmen Vorreiter in Sachen neuer Technologien, digitaler Prozesse und innovativer Kundenlösungen. In diesem Blogpost möchten wir euch deshalb drei Mittelständler vorstellen, die dem Begriff “digitale Geschäftsmodelle” ein Gesicht geben: Greifsysteme der Firma Schunk, digitale Verbindungstechnik von Phoenix Contact und umfassende 3D-Druck Lösungen von EOS. Diese Firmen haben uns überzeugt, denn sie ergreifen die digitale Transformation als willkommene Chance um mehr Effizienz und Wachstum zu erreichen.

Dieser Blogpost ist auf die Vorstellung innovativer Unternehmen und ihrer Geschäftsmodelle ausgerichtet. Wenn Du dich für praktische Tipps interessierst, kannst Du auch hier weiterlesen und die 5 Best Practices für die digitale Transformation kennenlernen.

Digitaler Vorreiter Nummer 1: Kollaborative Greifsysteme der Firma Schunk

Wir haben die Firma Schunk wegen ihrer andauernden Innovationskraft im Bereich kollaborierender Mensch-Roboter-System ausgewählt. Der Mittelständler ist vor Allem für seine intelligenten Greifsystem bekannt und leistet mit seinen Produkten für uns einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Digitalisierung der Fertigung.

Damals & heute: Seit seiner Gründung als kleine Werkstatt im Jahr 1945 hat sich Schunk zum Weltmarktführer für Greifsysteme und Spanntechnik entwickelt und wird heute in der dritten Generation geführt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Lauffen am Neckar arbeitet mit Hochdruck an der Produktionsautomatisierung und an der Kooperation von Robotern und Menschen in der Werkshalle. Nicht zuletzt dank seiner Innovationskraft beschäftigt der Mittelständler über 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neun Werken und ist in über 50 Ländern aktiv.

Die Technologie: Wie wir häufig in unserem Marktbericht ausführen, steht in modernen Produktionshallen immer mehr die Kooperation zwischen Menschen und Robotern im Fokus. Dank neuer Roboter-Technologien, ist die Befreiung der Roboter aus ihren Käfigen dabei in vollem Gange. Vor allem monotone Tätigkeiten wie die Be- und Entladung von Werkzeugmaschinen werden in Zukunft sukzessive durch kollaborierende Systeme ersetzt. Produktauszeichnungen, wie die des SCHUNK Co-act Greifer JL1, zeigen, dass Schunk hier einer der Innovationstreiber in der Industrie ist. Das Greifsystem ist laut eigener Aussage weltweit “das erste intelligente Greifmodul für die Mensch-Roboter-Kollaboration, das unmittelbar mit dem Menschen interagiert und kommuniziert.” Mit der integrierten Sensorik ist es möglich die Umgebung der Greifroboter in Echtzeit zu kontrollieren und somit die hohen Sicherheitsanforderungen an Industrieroboter in der Mensch-Roboter-Kollaboration zu erfüllen. Das Ziel des Unternehmens ist es also mit seinen SCHUNK Co-act Greifern durch konsequenten Digitalisierung der Produktionshalle die Produktivität und die Qualität der Fertigung zu erhöhen.

Video des Markenbotschafters Jens Lehman zu „sicherem, präzisem Greifen“

Digitaler Vorreiter Nummer Zwei: Digitale Verbindungstechnik der Firma Phoenix Contact

Wir finden, dass Phoenix Contact eindrucksvoll zeigt, wie eine zielgerichtete Digitalisierungsstrategie einem Mittelständler systematisch Geschäftschancen erschließt. Warum? Das Unternehmen hat sich konsequent vom reinen Klemmen-Hersteller zu einem Vorreiter der digitalen Transformation weiterentwickelt und zeigt mit seiner Innovation Ventures GmbH, dass auch Mittelständler effektiv mit Startups zusammenarbeiten können.

Damals & heute:
Der Gründer Hugo Knümann eröffnete 1923 in Essen eine Handelsvertretung für Elektroprodukte und vertrieb zu Beginn Fahrdrahtklemmen für elektrische Straßenbahnen. In der Folge konzipierte die Firma mit RWE die erste modulare Reihenklemme, welche in denKraftwerken des Energieproduzentens eingesetzt wurden. Heute steht die Phoenix Unternehmensgruppe für innovative Lösungen und Produkte in der Elektrotechnik, Elektronik und Automation. Mit seinem internationalen Netzwerk ist Phoenix Contact in mehr als 100 Ländern vertreten und ist mit seinen rund 15.000 Mitarbeitern Marktführer in seinem Bereich.

Das Geschäftsmodell: Einfach gesagt sorgt Phoenix Contact mit seiner Verbindungstechnik dafür, dass die Produktionsmaschinen fortlaufend mit Energie und Daten gespeist werden. Das zukunftsweisende an der Firma ist jedoch, dass sich das Unternehmen konsequent einer digitalen Agenda verschrieben hat und mit seinen digitalen Lösungen versucht die Vernetzung der Produktion voranzutreiben. In dem sehr interessanten Zeit Artikel “Meister der Nische” wird der Erfolg des Unternehmens präzise beschrieben:

“Die Amerikaner haben das Internet, wir haben die Dinge”, sagt Frank Stührenberg, der Chef des 93-jährigen Traditionsunternehmens mit 14.500 Beschäftigten und zwei Milliarden Euro Jahresumsatz. (…) Was einst mit simplen Klemmen begann, sind längst elektronisch und digital aufgerüstete Verbindungen. “Wir müssen unsere Stärken aktiv mit den digitalen Herausforderungen zusammenbringen”, sagt Stührenberg. Seine schärfsten Rivalen wie Weidmüller oder Harting kommen allesamt aus der Gegend, der ostwestfälischen Provinz, dem “Klemmen Valley”.

Phoenix Contact legt aber nicht nur Wert auf die Entwicklung des Kerngeschäft, sondern ist auch offen für disruptive Ideen und untersucht mögliche, bahnbrechende Technologien auf eine spannende Art und Weise: Denn der Mittelständler beteiligt sich über seine Tochter Phoenix Contact Innovation Ventures GmbH auch direkt an Startups. So investierte das Unternehmen in das Freiburger Startup Blue Inductive, das kabellose Batterieladegeräte herstellt und das automatisierte, induktive Laden für mobile Roboter oder E-Autos ermöglicht.

Drei: Additive Fertigung, die Vorreiter des 3D Drucks

Erfolgsgeschichten gibt es viele in der Welt des 3D-Drucks: Wie wir in diesem Artikel ausführlich beschreiben, hat die Industrialisierung der generativen Fertigungsverfahren einen neuen Höhepunkt erreicht. Dabei kommt ein sehr spannendes Unternehmen aus Deutschland, genauer gesagt aus dem oberbayerischen Krailling. Wir finden: EOS ist einer der Pioniere im Bereich der additiven Fertigung und sticht vor allem durch die Visionen seines Gründers und die kontinuierliche Innovationskraft seiner Mitarbeiter hervor.

Damals & heute: Das Unternehmen wurde bereits 1989, sozusagen im Kindesalter des 3D-Drucks, gegründet. Heute ist das Unternehmen der weltweite Technologie- und Qualitätsführer für High-End-Lösungen im Bereich des Direkten Metall Laser Sinterns und Anbieter hoch-produktiver Systeme zur Additiven Fertigung mit Kunststoffen. EOS bietet seinen Kunden eine breite Palette an Lösungen an. Die Leistungen beinhalten Systeme, Werkstoffe und Prozessberatungen und sind zu umfassenden Systemlösungen abgestimmt.

Video EOS Gründer

Das Geschäftsmodell:Auf der diesjährigen Hannover Messe zeigte EOS, wie seinen Anwendungen im industriellen 3D-Druck eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur Industrie 4.0 zukommt. Auch die Zeit lobte letztes Jahr den Firmengründer Hans J. Langer und bescheinigt ihm erfolgreich gegen den Wettbewerb aus den USA bestehen zu können:

“Wer heute jammert, digitale Fortschrittstechnologien seien nur mehr in den USA zu Hause, kennt die deutsche Wirtschaft schlecht. Hans J. Langer ist sicher einer der erfolgreichsten, aber beileibe nicht der einzig erfolgreiche Mittelstandsunternehmer, der sich an der Spitze der digitalen Technik behauptet und amerikanische Konkurrenten aussticht. Das zeigte sich schon kurz nach Gründung von EOS im Jahre 1989, als sich BMW gegen schon bestellte kalifornische Produkte entschied und für Maschinen von EOS — die übrigens daraufhin erst, und dann in Windeseile, gebaut werden mussten.”

Im Zusammenwirken mit Partners aus der Startup-Szene bietet der Mittelständler 3D-Fertigungslösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an und trägt damit wesentlich zur Digitalisierung und Automation der Fertigungsprozesse bei. Darüber hinaus unterstützt EOS mit seinem Bereich “Additive Minds” den Veränderungsprozess seiner Kunden bei der Einführung von additiven Fertigungsverfahren.

Mehr Ideen, mehr Wachstum und mehr Erfolg: Das sind die Gemeinsamkeiten der Unternehmen
Nachdem wir die drei Firmen (Greifsysteme der Firma Schunk, digitale Verbindungstechnik von Phoenix Contact und umfassende 3D-Druck Lösungen von EOS) nun besser kennen, stellt sich die Frage, wieso gerade diese Unternehmen erfolgreich mit der digitalen Transformation umgehen. Wir sind davon überzeugt, dass vor Allem die konsequente Ausrichtung auf zukunftsweisende Ideen dieser Unternehmen entscheidend ist. Diese Einstellung hat viele deutsche Mittelständler zu “Hidden Champions” gemacht und sie wird auch in Zukunft dazu führen, dass deutsche Firmen weiterhin ihre Nische finden und sich dort erfolgreich niederlassen. Neben dem Willen zum Wandel ist vor allem die Innovationskraft des Unternehmens in Bezug auf Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle dafür entscheidend. Die Zusammenarbeit mit Startups und mutige Kooperationen wie die Adamos GmbH sind, aus unserer Sicht, geeignete Werkzeuge, um diese Ziele zu verfolgen.

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Tamara Tüchelmann
Tamara TüchelmannMarketing & Communications bei KREATIZE® GmbH.

2018-04-26T09:22:40+00:00September 15th, 2017|Additive Fertigung|